Präparation eines großen Hypsocormus insignis aus dem Besuchersteinbruch Blumenberg

Ich habe schon einmal an anderer Stelle über den Fund dieses Fisches berichtet, dennoch möchte ich ihn hier nochmals in einem kurzen Bericht vorstellen. Leider habe ich es damals versäumt, Fotos von den diversen Präparationsstadien zu machen.

In den 1970er bzw. 1980er Jahren waren wir ab und an im heutigen Besuchersteinbruch Blumenberg zu Gast (damals musste man noch keinen Obolus für das Betreten bezahlen) und wurden auch mitunter fündig. Normalerweise aber lag unser Betätigungsfeld weiter östlich – so auf der Linie Breitenhill, Schamhaupten, Zandt, Painten, Kelheim.

Eines schönen Tages waren wir im besagten Bruch und ein Gelegenheitssammler aus Norddeutschland, mit kleinem Hammer und Schraubenzieher bewaffnet, fand einen riesigen Hypsocormus (96 cm), den er natürlich nicht als solchen erkannte. Das Teil war ungebrochen und von einer dünnen Gesteinsschicht bedeckt. Der gute Mann begann nun, das Fossil mit seinem Schraubenzieher zu bergen – unser Hilfsangebot das Stück unter Benutzung von schwerem Werkzeug herauszuholen, lehnte er kategorisch ab.

So zertrümmerte er den Schädel in unzählige Teile, die er in einer Aldi-Plastiktüte deponierte... . So ging es dann weiter, bis nur noch ein Scherbenhaufen übrig blieb.

Mein Herz blutete ob seiner resistenten Hilfeverweigerung, bis er schließlich einsah, dass er das Teil nie und nimmer bergen, geschweige denn, präparieren könnte.

Für einen vergleichsweise geringen Geldbetrag überließ er mir das nun arg gebeutelte Stück.

Wir benachrichtigten Bergér sen., der uns empfahl, mit dem Auto in den Bruch zu fahren, um im Scheinwerferlicht die Bergung vorzunehmen (damals war das noch möglich). Es kamen etliche Kisten "Bruch" zusammen. Wenn man bedenkt, dass man den Fisch von Anfang professionell hätte bergen können, mit voller Hauterhaltung und ungebrochen ... das wäre ein Traum gewesen. Zu Hause hat mich die Präparation ein gutes halbes Jahr gekostet; ein Bild zeigt die Präparation nach zwei Monaten.

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Allein das "Zusammenfuseln" des Schädels aus der Aldi-Tüte war eine Wissenschaft für sich.  Die Rückseite der riesigen Platte wurde mit Epoxidharz (Gaze) ausgegossen. Zum Schneiden musste ich mir zwei Mitarbeiter meines Steinbearbeitungsbetriebes „ausleihen“, da die Riesenplatte von einer Person unmöglich transportiert werden konnte.

Andererseits war die Präparation immer noch eher moderat, wenn ich an die unzähligen Kisten (über 100 kg) denke, die die Bruchstücke eines anderen Fundes enthielten, wo beim Stabilisieren mit Expoxid die „Dämme“ brachen und ich bis zu den Unterarmen in dem „Schmodder“ steckte, während meine Frau von oben rief: "Falk, wir müssen jetzt einkaufen" ... - da bekomme ich heute noch Schweißausbrüche. 
 

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Hypsocormus insignis, Fundort: Besuchersteinbruch Blumenberg  (Eichstätt), Größe: 96 cm
 
Präparationszeit: ca. 6 Monate
 
Verwendete Geräte und Materialien: Vibrograv, diverse Nadeln, Stereomikroskop, Diamantsäge, Trennschleifer, verschiedene Steinkleber, Sekundenkleber – viel Geduld und die Hilfe "einiger guter Geister"..